Warum ist der Grundschuldzins höher als der Nominalzins?
Der Grundschuldzins wird im Grundbuch zugunsten der Bank eingetragen und beträgt in der Regel zwischen 10 Prozent und 12 Prozent. Der Prozentsatz kann in Einzelfällen auch höher ausfallen. Die Eintragung des Grundschuldzinses wird gemeinsam mit der Eintragung der Grundschuld im Grundbuch vollzogen. Die Grundschuld entspricht in der Regel der Darlehenssumme, der Grundschuldzinssatz weicht erheblich vom Nominalzinssatz aus dem Darlehensvertrag ab.
Der Nominalzins bezieht sich auf die Immobilienfinanzierung bzw. den Darlehensvertrag zwischen dem Kreditnehmer und der Bank und liegt unter dem Grundschuldzins. Er ist in der Regel sogar deutlich niedriger, mitunter nur die Hälfte oder noch weniger. Der Grundschuldzins dient der Bank als Absicherung, wenn ein Kunde zum Beispiel zahlungsunfähig wird.
Die Bank, zu deren Gunsten die Grundschuld eingetragen wurde, kann im schlimmsten Fall auch die Verzinsung zum Grundschuldzins verlangen, um ihren entstandenen Schaden abzumildern bzw. auszugleichen. Insbesondere im Falle einer Zwangsversteigerung wird die Bank durch den Grundschuldzinssatz abgesichert, um
etwaige Kosten und Zahlungsausfälle damit zu kompensieren.
Ein Grund, warum der Grundschuldzinssatz so extrem hoch gegriffen ist, kann folgendermaßen erklärt werden:
Für die Bank muss der Grundschuldzins über dem Nominalzins liegen, da die Banken sonst nicht ausreichend abgesichert wären und Probleme bei den Immobilienfinanzierungen machen würden. Insbesondere in unvorhergesehenen Fällen der Zahlungsunfähigkeit und von Zwangsversteigerungen halten sich die Banken eine entsprechende Handhabe vor.
Würde der Grundschuldzins also niedriger angesetzt (also nur geringfügig über dem Nominalzinssatz) und bei einer Anschlussfinanzierung käme es zu einem höheren Nominalzins, müsste der Grundbucheintrag dahin gehend abgeändert werden. Eine Änderung im Grundbuch ist wiederum sehr kostenintensiv und muss vom Kreditnehmer getragen werden.
Auch aus diesem Grund macht dieser sehr hoch angesetzte Grundschuldzins Sinn. Der Grundschuldzinssatz muss zunächst keinen Kreditnehmer beunruhigen, da er lediglich im schlimmsten Fall zum
Tragen kommt, von dem im Falle einer Immobilienfinanzierung nicht auszugehen ist. Im Falle von Zahlungsverzögerungen kann bei den meisten Banken eine einvernehmliche Einigung bezüglich der weiteren Vorgehensweise getroffen werden.

