Geldanlage
Individuelles Garantieniveau beim Anleger gefragt
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hatte die Anleger vorsichtiger werden lassen, diese Information war monatelang in der deutschen Presse dargelegt worden. Nach dem Beginn der großen Pleitenwelle bei Banken und großen Konzernen galt insbesondere für Klein- und Privatanleger plötzlich ein neuer Grundsatz: Garantie statt Rendite, Sicherheit vor Risiko.
Durch die ersten vorsichtigen Erholungszeichen für die Konjunktur, die sich an den Märkten beispielsweise durch bessere Nachfragen und an der Börse durch steigende Kurse bemerkbar machen, kündigt sich nun womöglich eine allgemeine Trendwende an. Die Angst der Bürger um ihr Geld scheint wieder etwas nachgelassen zu haben. Bereits Ende September berichtete der englische Lebensversicherer Clerical Medical von einer besseren Stimmung im Volk und einer gestiegenen Akzeptanz von Aktien und Wertpapieren im Vergleich zu einer Stimmungsumfrage aus dem Monat Januar.
Wie der Versicherer nun bekannt gab, schwappt die positive Stimmung der Menschen auch auf die Risikobereitschaft bei Anlagen zur Altersvorsorge über. Das gelte, wie Clerical Medical berichtet, besonders für die Garantien. So sollen sich 31 Prozent der 1030 repräsentativ befragten Bürger - durch verschiedene Antwortmöglichkeiten vor die Wahl gestellt - für einen individuell wählbaren Garantieanteil bei ihrer privaten Altersvorsorge entschieden haben. Wie die vom Versicherer beauftragte GfK Konsumforschung darüber hinaus heraus fand, präferiert ein Viertel der Interviewten ein Garantieniveau, das sich je nach Marktlage ändern lässt.
„Gerade bei starken Schwankungen an den Börsen ist für viele wichtig, Anlagen flexibel an das eigene Sicherheitsbedürfnis anzupassen“, kommentiert der Vertriebschef von Clerical Medical, Thomas Bahr, die Studienergebnisse.
So dürfte sich aus der Studie die Erkenntnis ableiten lassen, dass die Anleger langsam, aber vorsichtig wieder in Richtung Rendite schielen, ohne dabei zu sehr mit dem Risiko zu spielen. Laut Umfrage sollen nämlich lediglich knappe drei Prozent der Befragten bereit sein, „für höhere Rendite einen zwischenzeitlichen Rückgang von maximal 30 Prozent des Höchststandes in Kauf zu nehmen“.
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