gesetzliche krankenversicherung
Bald keine Praxisgebühr mehr?
und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung erhält er für diesen Vorschlag jedenfalls einigen Zuspruch. Und auch der Bundesgesundheitsminister hält die Praxisgebühr für unnötig, in seinen Augen verfehlt sie ihr Ziel.
2004 wurde sie eingeführt und natürlich hat sie sich bei den Patienten der gesetzlichen Krankenkassen nie wirklich beliebt machen können, die Rede ist von der Praxisgebühr. Diese „Eintrittsgebühr“, die in aller Regel von GKV-Versicherten unter anderem bei Arzt- und Zahnarztbesuchen mindestens einmal pro Quartal verlangt wird, könnte vielleicht bald der Vergangenheit angehören.
Nachdem der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller, den Vorschlag zur Abschaffung der Praxisgebühr gemacht hat und auch der Bundesgesundheitsminister dafür ist, die Gebühr kritisch auf den Prüfstand zu stellen, gibt es Hoffnung für Millionen von gesetzlich Krankenversicherten.
Ursprünglich eingeführt, um die Versicherten zu mehr Eigenverantwortung zu erziehen, die Arztbesuche einzudämmen und die Krankenkassen finanziell zu stärken, konnte sie sich nach Ansicht des Vizepräsidenten der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, nicht bewähren. Er begrüßt die Pläne zur Abschaffung der Gebühr und würde ihr „keine Sekunde nachweinen“, sagte Montgomery. Die Gebühr habe neben der Verursachung eines unbeschreiblichen administrativen Aufwands keineswegs die Arztbesuche eingedämmt oder andere Lenkungswirkung gezeigt.
Genau so argumentieren auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und auch der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Adolf Bauer. Die Gebühr stelle für einkommensschwache Menschen eine Hürde dar, notwendige Arztbesuche wahrzunehmen, erklärte Bauer.
Was nun aus der Praxisgebühr wird, um die sich PKV-Versicherte wenigstens nicht kümmern müssen, ist noch offen. Ein klares Statement zur Abschaffung gibt es vom Bundesgesundheitsminister bisher nicht. Für den Fall ihrer Abschaffung müssten die Krankenkassen auf eine nicht unerhebliche Summer verzichten. Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Jürgen Fedderwitz, sollen die Versicherten allein in der Zahnmedizin für eine jährliche Subventionssumme der Krankenkassen von mehr als 400 Millionen Euro sorgen.
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