Bürger unterschätzen Steuerersparnis aus Bürgerentlastungsgesetz
Bürger unterschätzen Steuerersparnis aus Bürgerentlastungsgesetz
Zu Beginn dieses Jahres ist das neue Bürgerentlastungsgesetz in Kraft getreten, das viele Bürger und Familien künftig deutlich besser stellen soll. Durch die Änderungen bei den Absetzungsmöglichkeiten für Krankenkassenbeiträge und die Beiträge zur Pflegeversicherung, aber auch durch andere steuerliche Vergünstigungen, dürfen sich nach den Informationen des Bundesministeriums viele sogar über mehrere hundert Euro mehr im Geldbeutel freuen. Doch von dem neuen Bürgerentlastungsgesetz, das häufig vereinfacht nur als „Mehr Netto vom Brutto“ bezeichnet wird, wissen noch längst nicht alle Bürger.
Wie das Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov Psychonomics im Auftrag der Versicherungskammer Bayern in einer repräsentativen Studie an 1000 Bundesbürgern zwischen 18 und 65 Jahren herausfand, ist das neue Gesetz etwa 76 Prozent der Bevölkerung noch gar nicht bekannt, andere haben häufig nur sehr vage Informationen, die sie den Medien entnehmen konnten.
Axel Kampmann von der Versicherungskammer Bayern ist der Meinung, dass das Gesetz unbedingt mehr Präsenz in der Öffentlichkeit bekommen sollte, da es vielen Bürgern etwas mehr finanziellen Spielraum verschaffen könne. „Besonders eine Investition in die Altersvorsorge und damit verbunden in die Gesundheits- und Pflegevorsorge lohnt sich“, meint er. Diese Gelegenheit wollen nach den Ergebnissen der Studie auch 29 Prozent der Bürger, die für sich von einer steuerlichen Entlastung durch das Gesetz ausgehen, tun. Dabei wollen diejenigen, die sich Entlastungen erwarten, eher in Produkte zur Altersvorsorge (83 Prozent) als in privaten Krankenversicherungen bzw. private Krankenzusatzversicherungen investieren, für die sich lediglich 26 Prozent dieser Gruppe interessieren.
Auch wenn 61 Prozent der Befragten glauben sollen, dass sie sich keinerlei steuerliche Ersparnis erwarten dürfen und etwa 40 Prozent davon der Meinung seien, sie verdienen zu wenig um davon zu profitieren, laut Bundesfinanzministerium soll die Zahl der entlasteten Bürger in diesem Jahr deutlich steigen. Wenn es um die mögliche Ersparnis geht, die sich die vom Gesetz begünstigten Bürger versprechen dürfen, ist laut den Studienergebnissen eher von einer unterschätzten Erwartungshaltung die Rede denn von einer zu hohen Erwartung.
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