Zusatzversicherungen
Ärzte fordern Zusatzversicherungen
Private Zusatzversicherungen sollen nach Meinung der Bundesärztekammer helfen, die Defizite des Gesundheitssystems abzumildern.
Bereits im Vorfeld des 112. Deutschen Ärztetages in Mainz hatte der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, für Empörung gesorgt. Er hatte dem kranken Gesundheitssystem zur Genesung die Priorisierung verordnen wollen. Ein Vorschlag, den Rudolf Henke, der Vorsitzende des Marburger Bundes, gern bei der 115. Hauptversammlung aufgegriffen und unterstützt hat. Die Diskussion über die Priorisierung der Behandlungsmaßnahmen sei eine gute Überlegung, die Henkes volle Unterstützung habe.
Unterstützung bei seinen Priorisierungsabsichten erhält Hoppe auch von der Ärzteschaft. Kein Wunder, sind es doch die Ärzte, die tagtäglich mit Rationierungen bei der Behandlung von Patienten klarkommen müssen. „Wir Ärztinnen und Ärzte in Deutschland wollen keine Rationierung, keine Streichung von medizinischen Leistungen, aber wir wollen auch nicht weiter für den staatlich verordneten Mangel in den Praxen und den Kliniken verantwortlich gemacht werden.“
Laut Hoppe und den Delegierten des Bundesärztetages sei ein Überdenken des Gesundheitsfonds nötig. Durch das unterfinanzierte Gesundheitssystem sei die Mangelversorgung in Deutschland bereits Realität, mit der sich Politik und Gesellschaft nun offen auseinander setzen müssten.
Im Ergebnis kamen die Delegierten zu der Ansicht, dass zusätzliche Versorgungsangebote wie etwa Wellness-Angebote aus dem Wettbewerbs-Programm der Kassen verschwinden und statt dessen über Zusatzversicherungen abgedeckt werden sollten. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sollten wieder auf die eigentliche Grund- und Regelversorgung zurückgeführt werden, um eine Überforderung des Solidarsystems zu vermeiden.
Dass das ein gangbarer Weg sein könnte, zeigt die steigende Zahl der Zusatzversicherten. Hierbei können sich GKV-Versicherte über eine private Zusatzversicherung Leistungen individuell absichern, die von den gesetzlichen Kassen nicht getragen werden.
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