Beitragssenkung
Priorisierung von Gesundheitsleistungen zur Beitragssenkung nutzen
Das Thema Priorisierung bei Gesundheitsleistungen gehört trotzdem längst öffentlich diskutiert, sagt die Allianz.
Als die GKV vor einigen Tagen ihre Quartalszahlen vorlegten, war die Überraschung groß: Entgegen aller Schätzungen und Voraussagen konnten die gesetzlichen Kassen ein ansprechendes Plus von über einer Milliarde Euro in den ersten drei Monaten dieses Jahres erwirtschaften. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sah sich in ihrer Arbeit bestätigt und die politischen Entscheidungen zum Gesundheitsfonds gerechtfertigt.
Die Kassen (unter ihnen auch die Allianz) hatten sich noch vor kurzem darüber beklagt, dass das drohende Milliardenloch im Gesundheitswesen lediglich durch ein Darlehen des Staates aufgefangen werden sollte statt durch einen höheren Zuschuss für die Krankenkassen. Nun sind zumindest die ersten Monate gut für fast alle gesetzlichen Krankenkassen
verlaufen und kaum eine muss höhere Beiträge von den Versicherten verlangen.
Hört sich zunächst gut an, doch die Allianz warnt trotzdem vor steigenden Finanzierungsproblemen und Anhebungen der Versicherungsbeiträge. Der Lösungsansatz, mit dem die Allianz hier aufwartet, heißt Priorisierung von Gesundheitsleistungen. Spätestens seit dem 112. Deutschen Ärztetag, der im letzten Monat in Mainz stattfand, hat dieses Thema deutschlandweit für ordentlich Zündstoff gesorgt.
Doch die Allianz mahnt, es sei höchste Zeit, das Thema öffentlich zu diskutieren. Die Bevölkerung sei Reglementierungen wie beispielsweise durch Priorisierung gar nicht grundsätzlich abgeneigt. Sie stützt sich damit auf eine bereits im Februar (also vor dem Ärztetag) beauftragte repräsentative Studie, die die GfK SE unter 1039 Personen ab 14 Jahren durchgeführt hat. Demnach sei bei den Befragten der Wunsch nach mehr Transparenz bei der Vergabe medizinischer Leistungen und Güter festgestellt worden. 59 Prozent von ihnen würden dabei die Entscheidungs-Verantwortung über die Einstufung der Notwendigkeit auf ein Gremium übertragen.
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