Berufsunfähigkeit schlechter abgesichert als gedacht
Berufsunfähigkeit schlechter abgesichert als gedacht
Mit dem Thema Berufsunfähigkeit setzt sich wohl kaum jemand gern auseinander. Nicht auszudenken, man würde womöglich schon morgen nicht mehr in der Lage sein, seine Brötchen selbst zu verdienen oder gar für die Bewältigung von Alltagsaufgaben auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein.
Dass die Beschäftigung mit diesem Themenkomplex aber durchaus sinnvoll und nötig ist, das zeigt eine neue forsa-Umfrage, die die Allianz Deutschland in Auftrag gegeben hatte. So zeigen sich die Deutschen nach den Erkenntnissen der Studie noch immer blauäugig, wenn es um die möglichen Ursachen für eine Berufsunfähigkeit geht.
81 Prozent der von der forsa befragten Personen sollen glauben, dass das Risiko der Berufsunfähigkeit für Büroangestellte gering ist. Ein Blick in den map-report von 2006 zeigt aber laut Allianz, dass die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sowohl Büroangestellte als auch körperlich Arbeitende betreffen kann. Mit 31 Prozent sollen an erster Stelle die psychischen Erkrankungen stehen, danach seien es mit 15 Prozent Krebserkrankungen und in 11 Prozent der Fälle von Berufsunfähigkeit sollen Herzerkrankungen schuld gewesen sein.
Womöglich steht die geringe Bereitschaft der Befragten, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen, in Zusammenhang mit der Fehlinformation, Büroangestellte seien nur wenig gefährdet berufsunfähig zu werden. Zwar soll die Mehrheit der Interviewten (64 Prozent) eine derartige Versicherung für wichtig halten, 56 Prozent von ihnen sollen laut Allianz jedoch geäußert haben, auf keinen Fall eine BU abschließen zu wollen.
Für die geringe Abschlussbereitschaft könnte aber auch ein zweiter Irrtum der Deutschen, den die Studie ermittelte, zumindest mitverantwortlich sein. So soll etwa ein Drittel der Befragten der Meinung sein, im Fall der Fälle eine Erwerbsminderungsrente in Höhe von 40 Prozent des letzten Bruttogehalts zu bekommen. Das stimmt so jedoch nicht. Wer nach 1961 geboren ist und nur noch unter drei Stunden am Tag arbeiten kann, erhält von der Rentenversicherung eine Erwerbsminderungsrente von gerade einmal 29 Prozent des letzten Bruttos, erklärt die Allianz.
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