Geringverdiener riestern weniger
Geringverdiener riestern weniger
Menschen mit einem geringem Einkommen von unter 1300 Euro riestern deutlich weniger als der bundesdeutsche Durchschnitt. Das ergab jetzt eine Studie der Union Investment. Für die quartalsweise Erhebung zum Thema Altersvorsorge befragt das Marktforschungsinstitut Forsa etwa 500 Finanzentscheider in Privathaushalten zwischen 20 und 59 Jahre, die mindestens eine Geldanlage besitzen.
So sollen nur ca. 31 Prozent der Geringverdiener einen Riester-Sparplan haben, während der Durchschnitt aller Befragten bei 40 Prozent liegen soll. Meistens wird der Grund, zu wenig Geld für die Altersvorsorge zur Verfügung zu haben, herangezogen. Für Hans Joachim Reinke ist das unverständlich, da er den finanziellen Aufwand für die Riester-Rente besonders für die Geringverdiener als sehr niedrig bezeichnet. „Für nur 60 Euro im Jahr, also umgerechnet eine Tankfüllung, bekommt ein Sparer bereits die volle staatliche Förderung“, sagt er.
Auch beim allgemeinen Interesse und der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Altersvorsorge liegen die gering Verdienenden mit 53 Prozent weit hinter denen, die über 3100 Euro verdienen und sich zu 84 Prozent bereits stärker damit befasst haben oder dies noch tun.
Doch nicht allein die Geringverdiener machen in der Studie auf sich aufmerksam. Auch das Altersvorsorge-Interesse der Frauen, denen ohnehin oft genug ein schlechteres Vorsorgeverhalten nachgesagt wird, entwickelt sich den Studienergebnissen zufolge rückläufig. So sollen bei der letzten Befragung noch 78 Prozent der Frauen die Angelegenheit Altersvorsorge als wichtig erachtet haben, inzwischen seien dies nur noch 70 Prozent, heißt es bei Union Investment. Reinkes Kommentar dazu: „Private Altersvorsorge ist für Frauen besonders wichtig, da sie aufgrund von Erziehungszeiten im Durchschnitt nicht so lange erwerbstätig sind und oftmals weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.“
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