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Ursprung und Geschichte der betrieblichen Altersversorgung

Die betriebliche Altersvorsorge wird im heutigen System der Alterssicherung durch die zweite Säule repräsentiert. Damit ergänzt sie die erste Säule der Alterssicherung, die gesetzliche Rentenversicherung, der sie im Rang als nachgeordnet angesehen werden kann. Das galt jedoch nicht immer so, denn die betriebliche Altersversorgung ist im Grunde älter als die heutig gesetzliche Rentenversicherung. Die gesetzliche Rente, die die letzte durch Otto von Bismarck ins Leben gerufene Sozialversicherung nach der Krankenversicherung (1883) und der Unfallversicherung (1884) war, wurde am 24. Mai 1889 als Gesetz, betreffend die Invaliditäts- und Alterssicherung, im Reichstag verabschiedet. Die betriebliche Altersversorgung dagegen existiert bereits seit über 150 Jahren. Belege früher Formen der betrieblichen Altersversorgung lassen sich sogar bis ins Mittelalter zurückverfolgen.

Ältester Beleg einer betrieblichen Altersversorgung

Erste Belege für Formen der betrieblichen Altersversorgung finden sich bereits im Mittelalter. Der älteste Beleg, der von einer Bergbaubruderschaft im niedersächsischen Goslar im Nordharz zeugt, geht auf das Jahr 1260 zurück. So soll es im dortigen Bergwerk Rammelsberg, das heute Besuchern offen steht und zum UNESO Weltkulturerbe gehört, bereits eine Bergbaubruderschaft gegeben haben. Die Bruderschaft war dabei nicht nur durch die gemeinsame Arbeit gekennzeichnet, sondern vor allem auch durch die sozialfürsorgliche Gemeinschaft. Diese soziale Fürsorge in finanzieller Form erstreckte sich sowohl auf invalide und verarmte Bergleute als auch auf deren Hinterbliebene.

Der Büchsenpfenning der Knappschaften im Bergwesen

Die eng mit der Geschichte der Knappschaft verwobene erste betriebliche Altersversorgung ist heute auch vielfach als Büchsenpfenning bekannt. Der Büchsenpfenning wurde nach Belegen aus dem Erzgebirge, die auf das Jahr 1450 datiert sind, anfangs wöchentlich von den Knappen als Bezahlung für den Priester entrichtet. In den Folgejahren wurde der Büchsenpfennig allmählich auch als finanzielle Unterstützung für die eigenen Kumpel verwendet, zum Beispiel bei Krankheit oder wenn Bergleute verunglückten. Die Bruderschaftsverordnung der Knappschaft Freiberg im Erzgebirge aus dem Jahre 1553 schließlich sieht sogar eine weitergehende Verwendung der Gelder vor, zum Beispiel zum Bestellen der Beerdigung ihrer Mitglieder, für die Einsatz als Darlehen oder den Hausbau.

Die See-Sozialversicherung und Seemannskassen in der Schifffahrt

Auch auf See kannte man schon im Mittelalter der betrieblichen Altersversorgung ähnliche Versorgungssysteme. Die Schiffergilden, Fahrer Compagnien und Bruderschaften, die sich zahlreich gebildet hatten, verwandten ihre Beiträge auf die Versorgung kranker und verletzter Seeleute. Darüber hinaus bestellten sie auch das Begräbnis ihrer Mitglieder und kümmerten sich finanziell um die Hinterbliebenen. Zwischen 1840 und 1870 gründeten Seeleute mit Unterstützung von Reedern zudem vielerorts die sogenannten Seemannskassen. War ein Seemann nicht mehr seefähig oder verstarb er, leisteten die Seemannskassen ihm beziehungsweise seinen Hinterbliebenen eine Entschädigungszahlung.

Betriebliche Altersvorsorge der Bahner

Die heutige Bahnversicherungsanstalt als Sozialversicherung findet ihre Vorläufer 1861. Damals als Unterstützungskassen organisiert, hatten die Eisenbahnverwaltungen eine Absicherung für ihre Arbeiter ins Leben gerufen, die bei Krankheit, Alter und Invalidität eintrat und dabei auch die Hinterbliebenen versorgte. Bis zum Jahre 1891 entstanden mehr als zehn dieser auch als Pensionskassen für Eisenbahner bekannten Versorgungskassen. Ihre Organisation wird als wegweisend für die heutigen Sozialversicherungssysteme angesehen.

Die betriebliche Altersversorgung im 19. Jahrhundert

Die eigentlichen Anfänge der betrieblichen Altersversorgung, die zur Unterstützung der Arbeiter beziehungsweise ihrer Angehörigen bei Invalidität, im Alter oder bei Tod dienten, können auf den Beginn des 19. Jahrhunderts datiert werden. Als erste Beispiele dafür dürfen die Gutehoffnungshütte mit der Begründung ihrer betrieblichen Altersversorgung im Jahre 1832 sowie Krupp und Henschel (1858) gelten. Mit einigem Abstand folgten in den 1870er Jahren Siemens (1871) und BASF (1879). Im gleichen Jahr wie die gesetzliche Rentenversicherung wurde auch die in den Farbwerken Hoechst (1889) ins Leben gerufen. Die gegründeten betrieblichen Versorgungswerke, die vielfach noch vor der Errichtung der gesetzlichen Rentenversicherung ausgebaut wurden, kamen nicht nur den Arbeitern sondern auch den Angestellten zu Gute.

Das Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung

Gesetzlich verankert wurde die betriebliche Altersvorsorge am 19. 12. 1974. Im Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) wurden wichtige Aspekte wie der Schutz von Betriebsrenten im Insolvenzfall geregelt. Ferner wurde im Gesetz festgelegt, unter welchen Umständen und wie beim Verlust des Arbeitsplatzes oder beim Wechsel des selbigen Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge erhalten bleiben können.

Zu Beginn der 1980er Jahre hatten bereits viele Arbeitnehmer die Zusage zu einer Betriebsrente, sofern sie Angehörige eines großen Unternehmens in der Industrie waren (in Westdeutschland). Wo dies in Großbetrieben noch nicht geschehen war, sind Einigungen bezüglich einer betrieblichen Altersvorsorge wie Zusagen im Arbeitsvertrag beziehungsweise in Form einer Betriebsvereinbarung oder eines Tarifvertrags oftmals schon auf den Weg gebracht gewesen. Was für die Mitarbeiter der Großunternehmen galt, stellte in Betrieben kleinerer und mittlerer Größe eher die Ausnahme dar. Dieser Zustand soll sich bis heute nicht wesentlich verändert haben, was sich in Branchen wie dem Handel stärker zeigen soll.

Rentenreform 2001

In der Rentenreform von 2001 wurde unter anderem gesetzlich festgelegt, dass jeder Beschäftigte ab Januar 2002 grundsätzlich das Recht auf eine Betriebsrente in Form einer Entgeltumwandlung hat. Dabei wird ein Teil des Lohns oder Gehaltes des Beschäftigten in eine betriebliche Altersversorgung investiert. Seitdem wird die betriebliche Altersvorsorge auch staatlich gefördert.

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